Ruhepol
Alles hat sich wieder ein bisschen normalisiert. Aus dem ständigen hin und her meines Befindens wurde ein gleichmäßiges, sanftes wiegen. Es fühlt sich irgendwie befremdlich an, nachdem ich für gut eine Woche wieder zu einem Zustand gelangt war, in dem ich mich jahrelang befand.
Ich bin zu vielen verschiedenen Schlüssen gekommen. Entscheidungen, die sich in den nächsten Monaten viel auf mein Leben auswirken werden. Aber ich fühle mich ein ganzes Stück weiter. Ich steuere auf eine Konfrontation zu. Ich konfrontiere ihn, mit allem, was vergangen ist. Aber viel mehr konfrontiere ich mich selbst mit dem Gedanken, endlich abzuschließen. Das ist wohl gut so. Und notwendig. Ich habe viele verstecke Hoffnungen im Moment. Aber obwohl ich weiß, dass aus all ihnen nichts werden wird und soll, fühle ich mich in dem guten Gewissen, dass alles was jetzt wird die Situation für mich nur besser machen wird.
Zudem habe ich beschlossen, vor meinem Vorlesungsbeginn noch einen Ausflug zur Nordsee zu unternehmen. Irgendwann demnächst, spontan, vielleicht sogar allein. Irgendwas verrücktes muss man doch machen, wenn das Leben plötzlich so geregelt abläuft.
Und bis dahin wiege ich hin und her und warte ab, wohin die Wellen mich treiben.