Schon wieder Herbst
Es wird schon wieder Herbst. Begrüßt hat er uns in dieser Stadt mit einer dünnen Schneedecke Mitte Oktober. Dann war es lange still. Sonnig und warm. Ein letztes buntes aufblühen. Der Schnee hat alles eingeschläfert was vorher so wild und bunt getobt hat. Meine aufgewühlten Gedanken hat er besänftigt. Ich bin wieder ruhiger geworden, entspannter. Das Chaos in meinem Herzen ist wieder unter den Teppich gekehrt, wo es erneut ein paar Monate bleiben wird.
Seit ein, zwei Wochen wird es lauter. Draußen tobt der Wind und heult und schlägt mir entgegen. Ich bleibe still. Ich warte noch, ich lausche, ich genieße. Mein Leben hat sich angenehm normalisiert. Die Uni hat angefangen und ich bin voll und ganz eingespannt in einen motivierenden Rhythmus mit viel norwegisch und neuen, verrückten Freunden. Ich hätte niemals erwartet, dass ich mich derart schnell so wohl fühle. Ich habe Leute kennen gelernt, über die ich guten Gewissens sagen kann: Das ist ein toller Mensch, ich mag ihn wirklich gern. Nach gerademal zwei Wochen fühle ich mich hier wie zu Hause. Ich fühle mich akzeptiert und geliebt.
In der WG ist die Stimmung auch mehr als gut. Mittlerweile habe ich einen guten Draht zu unserem neuen Mitbewohner. Er steht mir jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Meine Mitbewohnerin ist eine kleine Chaotin, aber ab und zu hat auch sie ihre weichen Momente, und obwohl ich es nicht offen zugeben würde, genieße ich diese wenigen "Mädchengespräche", die wir manchmal führen.
Seit einiger Zeit fühle ich mich auch wieder bereit für eine Beziehung. Aber diesmal will ich es anders machen. Ich will es nicht überstürzen. Ich möchte etwas langsames, ohne Eile, mit jemandem, der gerade perfekt zu mir passt. Ich habe in gewisser Weise einen Schwarm auf jemanden. Aber ich kenne ihn noch nicht besonders. Es ist viel mehr ein verknallt sein als irgend etwas ernsteres. Demnächst werde ich ihn ansprechen und sehen, was passiert. Aber was habe ich schon zu verlieren?
Und während mein Leben ganz langsam vor sich hin plätschert zähle ich die letzten bunten Blätter und sehe zu, wie sie von den Bäumen segeln. Ich freue mich auf den Winter und den Schnee. Auf Weihnachten und bis dahin auf lauschige Kneipenabende mit meinen Freunden. Und auf mein Bett heute Nacht.
Insofern, ha det bra.
kayane. am 13. November 15
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Schleudertrauma
Das leben stößt mich hin und her wie es ihm gefällt. Mein kleiner Hoffnungsschimmer leuchtet und brennt, um dann scheinbar zu erlöschen. Aber die Glut entflammt wieder, sie brennt ewig, brennt mich aus.
Ich bin auf der Suche nach einem Menschen, den ich einst sehr liebte.
Erst suchte ich nach Beweisen für seine Existenz, dann nach welchen für das Gegenteil. Und ich finde immer das, was ich gerade am wenigsten erhoffe und erwarte.
Ist das ein Spiel?
Ich stehe ratlos vor Trümmern, ein blankes Puzzle mit endlos vielen Teilen.
kayane. am 14. Oktober 15
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Ruhepol
Alles hat sich wieder ein bisschen normalisiert. Aus dem ständigen hin und her meines Befindens wurde ein gleichmäßiges, sanftes wiegen. Es fühlt sich irgendwie befremdlich an, nachdem ich für gut eine Woche wieder zu einem Zustand gelangt war, in dem ich mich jahrelang befand.
Ich bin zu vielen verschiedenen Schlüssen gekommen. Entscheidungen, die sich in den nächsten Monaten viel auf mein Leben auswirken werden. Aber ich fühle mich ein ganzes Stück weiter. Ich steuere auf eine Konfrontation zu. Ich konfrontiere ihn, mit allem, was vergangen ist. Aber viel mehr konfrontiere ich mich selbst mit dem Gedanken, endlich abzuschließen. Das ist wohl gut so. Und notwendig. Ich habe viele verstecke Hoffnungen im Moment. Aber obwohl ich weiß, dass aus all ihnen nichts werden wird und soll, fühle ich mich in dem guten Gewissen, dass alles was jetzt wird die Situation für mich nur besser machen wird.
Zudem habe ich beschlossen, vor meinem Vorlesungsbeginn noch einen Ausflug zur Nordsee zu unternehmen. Irgendwann demnächst, spontan, vielleicht sogar allein. Irgendwas verrücktes muss man doch machen, wenn das Leben plötzlich so geregelt abläuft.
Und bis dahin wiege ich hin und her und warte ab, wohin die Wellen mich treiben.
kayane. am 20. September 15
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