Montag, 14. September 2015
Ordnung
Die letzten Wochen waren voller Chaos und Unordnung. Alles war mehr als bunt, durcheinander. Ich habe einen halben Monat bei Freunden gewohnt, kein eigenes Zimmer, kein eigenes Bett. Ein halber Schreibtisch war mein Reich, ein halber Mann meine ganze Stütze. Jetzt bin ich endlich in die neu gegründete WG gezogen. Alles ist eingerichtet, die Mitbewohner kommen erst in ein paar Tagen. Man sollte erwarten, ich würde die sanfte Ruhe, die nun über mich kommen sollte, genießen, endlich wieder ein bisschen runterkommen, alles ordnen. Aber irgend etwas in meinem Kopf hat den Schalter noch nicht umgelegt, es ist seltsam wirr und laut, ein ständiges Brummen begleitet mich.
Ich mache mir keine Sorgen.
Ich weiß um meine Fehler, meine Schwächen, meine Wunden.
Ich weiß, dass auch ich irgendwann wieder zur Ruhe kommen werde, dass mein aufgewühltes Herz wieder langsamer schlagen wird, ich irgendwann wieder stehe, ohne zu schwanken.
Die wirren Träume der letzten Woche lassen langsam nach, alles normalisiert sich ein wenig, fühlt sich fast wieder erträglich an.
Ich vermisse diesen Mann. Er sucht mich in meinem Träumen heim, ich vermisse es, jemanden so sehr zu lieben, dass es täglich unermesslich schmerzt. Aber ich mache mir keine Gedanken mehr darüber. Was das bedeutet, über all diese Gefühle. Ich blende sie aus und schaffe Ordnung in meinem Kopf.
Vielleicht irgendwann Ordnung in meinem Herzen.