"Drama"
Und im Prinzip habe ich das gleiche Drama nochmal. Nur, dass ich vier Jahre älter bin. Vier Jahre "erwachsener", vier Jahre trauriger.
Ein tiefes Loch klafft in meiner Brust, wo dieser Mensch einst anmutig stand.
kayane. am 16. September 15
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Ordnung
Die letzten Wochen waren voller Chaos und Unordnung. Alles war mehr als bunt, durcheinander. Ich habe einen halben Monat bei Freunden gewohnt, kein eigenes Zimmer, kein eigenes Bett. Ein halber Schreibtisch war mein Reich, ein halber Mann meine ganze Stütze. Jetzt bin ich endlich in die neu gegründete WG gezogen. Alles ist eingerichtet, die Mitbewohner kommen erst in ein paar Tagen. Man sollte erwarten, ich würde die sanfte Ruhe, die nun über mich kommen sollte, genießen, endlich wieder ein bisschen runterkommen, alles ordnen. Aber irgend etwas in meinem Kopf hat den Schalter noch nicht umgelegt, es ist seltsam wirr und laut, ein ständiges Brummen begleitet mich.
Ich mache mir keine Sorgen.
Ich weiß um meine Fehler, meine Schwächen, meine Wunden.
Ich weiß, dass auch ich irgendwann wieder zur Ruhe kommen werde, dass mein aufgewühltes Herz wieder langsamer schlagen wird, ich irgendwann wieder stehe, ohne zu schwanken.
Die wirren Träume der letzten Woche lassen langsam nach, alles normalisiert sich ein wenig, fühlt sich fast wieder erträglich an.
Ich vermisse diesen Mann. Er sucht mich in meinem Träumen heim, ich vermisse es, jemanden so sehr zu lieben, dass es täglich unermesslich schmerzt. Aber ich mache mir keine Gedanken mehr darüber. Was das bedeutet, über all diese Gefühle. Ich blende sie aus und schaffe Ordnung in meinem Kopf.
Vielleicht irgendwann Ordnung in meinem Herzen.
kayane. am 14. September 15
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Liebesgefühl
Manchmal frage ich mich, was Liebe eigentlich ist. Wer tut das nicht? Irgendwann fällt uns allen auf, dass sie nicht das ist, wofür wir sie hielten. Es ist nicht das simple, klare Gefühl, von dem man uns erzählt. Liebe ist etwas kompliziertes. Ein Spinnennetz aus bunten Fäden das sich über unser Herz zieht. Jeder Mensch für den wir so etwas wie Zuneigung empfinden, spinnt uns langsam ein. Bis das Herz gefangen ist, sich nicht mehr befreien kann.
Wie definieren Sie liebe?
Ein Gespräch mit einem sehr guten Freund gestern ergab, dass er Liebe nur in Verbindung mit etwas sexuellem sieht. Alles andere ist platonisch, rein freundschaftlich. "Etwas anderes". Ich habe in letzter Zeit das Gefühl, "Liebe" an sich hat rein gar nichts mit sexuellen präferenzen zu tun. Ich fühle mich plötzlich, und damit meine ich seit 2-3 Wochen, losgelöst von meiner Sexualität. Frei schwebend. Ich fühle mich plötzlich dem Druck entkommen, der mir beim Wort Liebe immer auflag. Dem, darin auch einen Partner zu sehen. Einen sexuellen und einen Lebenspartner. Jemanden an den man fest gebunden ist, ohne freiheiten. Monogamie.
Es ist, als hätte man mir eine Art Zwang diesbezüglich auferlegt, oder eingeredet. Eine Art gesellschaftlicher Zwang. Und plötzlich bin ich frei davon. Habe nicht mehr das bedürfnis, ihn zu erfüllen, oder das Gefühl, ihn befolgen zu müssen.
Auf einmal bin ich frei. Wie der Sauerstoff in der Luft. Ich fühle mich, als könnte ich überall hin fliegen. Werde hin und her getragen. Lasse mich von Menschen ein- und wieder ausatmen, wie es mir beliebt.
Ich merke schon, der Vergleich hinkt in vielerlei Hinsicht, aber ich denke das Grundprinzip ist verständlich.
Ich frage mich:
Bin ich wirklich so losgelöst wie ich mir gerade vorkomme? Zum ersten Mal seit langem, eher zum zweiten Mal in meinem Leben empfinde ich wieder ein richtiges Liebes-Gefühl für jemanden. Alles dazwischen war nur frustrierende verknalltheit. Ich redete mir etwas ein, was nicht da war.
Nur merkwürdigerweise, habe ich nicht das Bedürfnis, mich daran festzumachen, mich selbst anzubinden. Unsere Beziehung zueinander ist rein platonisch und ohne jeglichen Ansporn, etwas anderes daraus zu machen. Trotzdem kann ich dieses Gefühl der Liebe nicht platonisch nennen. Und ich kann es auch nicht sexuell orientiert nennen. Es ist frei von solchen Kategorien. Es ist einfach da und schwebt im Raum, und ich atme es ein und aus wie es mir beliebt.
Ist das eine Illusion? Pure Einbildung?
Oder sind andere Menschen dafür einfach nicht zugänglich?
Empfinden sie anders?
Ich schwebe in der Luft, weit über mir, und beobachte alles. Ich betrachte und inspiziere, ich urteile nicht, ich greife nicht ein. Ich lasse das Leben ziehen, wohin es will und zum ersten Mal in meinem Leben fühle ich mich gänzlich wohl damit.
Und ich liebe diesen Zustand...